Stellungnahme zum MT-Artikel vom 04.04.2013

"Dialog in Sachen Enzberger Steinbruch"



Artenvielfalt weggesprengt

Mit großer Verwunderung hat die Bürgerinitiative „Steinbrucherweiterung Enzberg? Nein danke!“ die gemeinsame Pressemitteilung des Nabu und des Industrieverbandes Steine und Erden vom 04.04.2013 im MT zur Kenntnis genommen.

„Naturschutz und Rohstoffgewinnung sind keine natürlichen Feinde“ lässt sich dort Dr. Andre Baumann, der Nabu- Landesvorsitzende zitieren. Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass Steinbrüche eine große Bedeutung für die Artenvielfalt hätten, wenn man sie nach dem Abbau renaturiere.

Im Falle des Enzberger Steinbruches ist dies eine schon groteske Aussage, wenn man berücksichtigt, dass zuvor über Jahrzehnte sämtliche Artenvielfalt buchstäblich weggesprengt würde. Neben der immensen Belastung für die Tier- und Pflanzenwelt wird den Anwohnern des Enzberger Wohngebietes Lämmerzunge sowie der Sengacher Bevölkerung ihr Natur- und Naherholungsgebiet direkt vor der Haustüre in eine Steinwüste verwandelt. Erschwerend kommen massive Belastungen durch Staub, Betriebslärm, Sprengungen und Schwerlastverkehr hinzu.

Die Komponente Mensch scheint der Nabu- Landesvorsitzende hier völlig außer Acht zu lassen.

Während er sich selbst in den Medien (siehe Redaktionsgespräch MT vom 02.04.2013) gerne als Kompromisssucher darstellen lässt, nimmt er im Falle der Steinbrucherweiterung Enzberg anscheinend die Rolle des Verbündeten des Steinbruchbetreibers bzw. des Industrieverbandes Steine und Erden (ISTE) ein.

Der Nabu gilt laut Spiegel (Ausgabe 13/2013) als „besonders aufgeschlossen, was Kooperationen mit der Industrie angeht.“
In diesem Zusammenhang erscheint auch die Aufforderung des Nabu- Landesvorsitzenden Baumann, das Nabu-Logo unverzüglich von der Homepage der Bürgerininitiative (www.steinbruch-enzberg.de) zu entfernen, in einem ganz anderen Licht, zumal diese Aufforderung kurz nach einem gemeinsamen Treffen mit Steinbruchbetreiber und ISTE erfolgte.

verfasst von Benjamin Meis, 04.04.2013