Stellungnahme zum PZ-Artikel vom 21.03.2013

Umweltschützer diskutieren über Steinbruch-Erweiterung in Enzberg

„Naturschutz und Rohstoffgewinnung sind keine natürlichen Feinde“ sagt laut PZ-Bericht der Nabu Landesvorsitzende Andre Baumann. Gerold Vitzthum für den Nabu zuständig für Pforzheim und den Enzkreis pflichtet bei: „Viele Tiere und Pflanzen haben keine Überlebens-Chancen mehr wegen der intensiven Landwirtschaft. In einem aufgelassenen Rohstoffabbau
aber findet man oft wieder seltene Flora und Fauna.“ Dies alles klingt, übertragen auf die Enzberger Situation, recht bizarr. Hier soll der geplante Kalkstein-Abbau durch Sprengungen auf der vollen Länge des Wohngebietes Lämmerzunge, in einem Abstand von 350 m zur dortigen Wohnbebauung stattfinden und sich “ vorläufig“ bis auf 500 m dem Weiler Sengach nähern. Aber selbst wenn man die Auswirkungen der Sprengungen als Kollateralschäden abtut, so wird auch gleichzeitig ein wichtiges Naherholungsgebiet der Enzberger Bevölkerung und ein Stück Kultur-Landschaft unwiederbringlich zerstört. Unwiederbringlich deshalb, da eine Verfüllung der Abbauflächen - im landläufigen Sprachgebrauch „Renaturierung“ - genannt, wohl im Konsens zwischen Steinbruch-Betreibern und Naturschützern, nicht erforderlich ist.

Zurück bleibt eine Steinwüste – und wo bleibt der Mensch ?

In Mönsheim dagegen wird seitens des Regionalverbandes einer Erweiterung des dortigen Steinbruches nicht zugestimmt, da der weitere Abbau ein geplantes Gewerbegebiet beeinträchtigen könnte. Und dies trotz idealer Abbau-Rahmenbedingungen – u.a direkter Autobahnanschluß, keine Tangierung von Grundwasser - um nur zwei gewichtige Gründe für den Standort Mönsheim zu nennen.

verfasst von Rolf Manz, 26.03.2013